Allee der Walknochen... - Secret World

Circondario autonomo della Čukotka, Russia, 689271
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Luana Resta

Description

Ein Abschnitt der Nordküste der abgelegenen Insel Yttygran, 82 km vor der Küste Alaskas, ist zu einem makabren Touristenziel geworden. Massive Kieferknochen, Rippen und Wirbel von Walen stehen waagerecht im Boden und bilden eine unheimliche Gasse. Man ist sich einig, dass die Stätte aus dem vierzehnten oder fünfzehnten Jahrhundert stammt, aber ob es sich dabei um einen heiligen Treffpunkt der Eingeborenenstämme oder einfach um einen Versammlungsort für Massenschlachtungen handelte, weiß niemand. Was wir wissen, ist, dass es sich um einen der unheimlichsten Orte der Welt handelt. 1977 von sowjetischen Archäologen entdeckt, wäre dieses Monument der alten Eskimokultur eine sehr gute Kulisse für einen Fantasy-Film. Die Gasse ist einfach riesig: Sie zieht sich etwa 500 m an der Küste entlang und hat eine komplizierte Struktur. Die dem Ufer am nächsten liegende Reihe besteht aus Walschädeln, die in den Boden eingelassen sind. Jeder von ihnen ist mehr als 2 m groß und ragt 1,5 m über die Erde hinaus. Die nächste Reihe besteht aus Kieferknochensäulen. Sie erheben sich bis zu einer Höhe von fast 5 m über dem Boden, während die Länge des unterirdischen Teils etwa 0,5 m beträgt. Jede Säule hat einen Durchmesser von 0,5 m. Die Masse eines solchen Kieferknochens beträgt 250-300 kg. Man bräuchte mehrere erwachsene Männer, um ihn in den Boden zu stecken. Die Walfischknochenallee bestand ursprünglich aus 50-60 Schädeln, 30 Kieferknochen und Hunderten von gezielt verlegten Steinen. Zwischen den Schädel- und Knochenreihen befinden sich etwa 150 Fleischvorratsgruben (und in einigen von ihnen kann man noch Essensreste finden) und ringförmige Steinstrukturen. Von den Fleischgruben führt ein 50 m langer Steinweg am Hang entlang zu einer flachen, runden Plattform. In der Mitte befinden sich ein riesiger flacher Felsblock und eine steinerne Feuerstelle mit Spuren von Asche. Archäologen glauben, dass die Walfischknochenallee nach einem vorher festgelegten Plan angelegt wurde, da sie ein regelmäßiges geometrisches Muster bildet. Die Schädel sind in Zweier- und Vierergruppen angeordnet. Sie sind mit der Nase voran in die Erde eingegraben, so dass der massive Hinterkopfbereich aus dem Boden ragt. Gleichzeitig haben Archäologen auf der Insel nur sehr wenige Rippen oder Wirbel gefunden, was bedeutet, dass die Wale nicht dort geschlachtet wurden. Einige Schädel weisen Löcher auf. Einigen Wissenschaftlern zufolge könnten die Schädel nach Yttygran transportiert worden sein, nachdem man ihnen das Fleisch abgezogen hatte.